Ein Verband allein reicht nicht
Schnapsflaschen, Motten, kaltes Wasser ? Chaos pur. Das erlebe ich beim Hausbesuch eines 78-jährigen Mannes. Ins Krankenhaus will er aus verschiedenen Gründen nicht. Er hat ganz andere Sorgen ...

Schnapsflaschen, Motten, kaltes Wasser ? Chaos pur. Das erlebe ich beim Hausbesuch eines 78-jährigen Mannes. Ins Krankenhaus will er aus verschiedenen Gründen nicht. Er hat ganz andere Sorgen ...
Mia W. hat ihre Entgiftung bereits angetreten. Zufall, dass sie so schnell einen Platz bekommen hat. Jetzt fehlt noch die Zusage der Rentenversicherung für die Kostenübernahme der anschließenden Therapie. Unser Problem: Wir haben nur Teile des geforderten Antrags.
Ein Film über den drogenabhängigen Jean-Michel Basquiat bringt mich zum Nachdenken. Habe ich vergessen so jung zu sterben wie er? Auch wenn ich mich heute unbedeutend fühle, lautet meine Antwort nein.
Nach meiner Rückkehr will ich in eine Selbsthilfegruppe gehen. Meine Frau ist bereit dabei zu sein. Das freut und erleichtert mich. Ich denke, es geht bergauf, zumal jetzt auch der anstrengende Hausumbau abgeschlossen ist.
Mitunter bin ich ganz schön ruppig mit mir selbst. Es ist auch einfacher sich zu verhärten und bestimmte Dinge gar nicht an sich heranzulassen. Aber es geht immer nur für eine Weile. Das Ich, die Seele, oder wie man es immer nennen will, lässt sich nicht festhalten. Wenn man in etwas erstarrt, bewegt es sich weiter.
Marita und Kilian lebten nach einem Krach mit der Familie über Jahre irgendwo in der Großstadt. Erst die Beerdigung ihres Vaters brachte die beiden zurück in die alte Heimat. Doch das allein war nicht der Auslöser, wie sich bald herausstellt.
Herr C. taucht zum verabredeten Termin nicht auf. Dabei wollten wir seine anstehende Haft ansprechen. Der Arme muss ein weiteres halbes Jahr absitzen, obwohl er heute so wirkt, als könne er keiner Fliege etwas zu Leide tun.
Eine Schlägerei im Knast hat zur Folge, dass Herr A. seinen Freund nicht mehr besuchen darf. Das ärgert ihn, weil er sich ungerecht behandelt fühlt.
1,8 Promille hatte ich beim Besuch der Suchtambulanz. Ich sollte gleich dort entziehen, doch ich wollte nicht. Will es ambulant versuchen. Mein Freund ist wieder weg. Der Streit ging dieses Mal um die Milch...
Peter war ausgegrenzt, gehörte nicht dazu, sein Leben lang. In seiner Familie war er der Bastard. Als junger Mann suchte er Zuflucht in den Drogen und fand ein bisschen Heimat in der Szene. Erst im Hospiz, kurz vor seinem Tod, wurde er als Mensch geachtet.
Mit meiner Vorgeschichte hätte ich keine Chance auf eine gute Stelle, wenn ich das bereits im Anschreiben erwähnen würde. Deshalb lasse ich es weg, was gesetzlich auch okay ist. Die ersten Bewerbungsgespräche waren ganz gut. Mal sehen, was wird.