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... für trockene Alkoholiker

Sich treffen, austauschen, Rat holen - und das in einer angenehmen Atmosphäre. Das bietet das Café Jedermann in Saarbrücken. Ideal für Menschen, die ihre Alkoholsucht hinter sich gebracht haben.

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Mehr als nur ein Café

Café Jedermann
Günstig und gemütlich: Das Café Jedermann in Saarbrücken.

Frau Hertel ist Stammgast im Saarbrücker Café Jedermann. Sie kommt fast jeden Tag, denn „zu Hause bin ich alleine. Hier finde ich Kontakte und kann mich mit den anderen Besuchern unterhalten“. Seit 31 Jahren gibt es dieses besondere Café in der Innenstadt. Entstanden ist es aus der Erkenntnis zweier Suchtberater, dass viele Alkoholiker nach ihrer „nassen Phase“ Schwierigkeiten haben, die neue freie Zeit sinnvoll zu gestalten. Ein Verein ist Träger des Cafés, das seit dem Start ehrenamtlich geführt wird.

Alkoholfreie Zone

Alkohol gibt es im Jedermann nicht. Dafür aber leckere Kuchen, die Ferdinand Lühmann besonders schätzt. Ihm ist es wichtig, dass die dafür verwendeten Eier aus Freilandhaltung stammen. Als Mitglied des Trägervereins spendet er jeden Monat einen Betrag um dies auch sicher zu stellen. Diese Details verleihen dem Café eine familiäre Atmosphäre und lassen es zu einer gefragten Anlaufstelle werden.

Anlaufstelle bei Problemen

Ferdinand Lühmann genießt den Kuchen im Café Jedermann
Ferdinand Lühmann liebt den Kuchen.

Für Menschen wie Frau Hertel sind dabei auch die günstigen Preise entscheidend: „Dadurch kann ich mir erst einen regelmäßigen Besuch leisten.“ Viele Besucher nutzen das Café, um ihrer häuslichen Situation zu entfliehen und sich mit anderen austauschen. Auch in Krisensituationen ist das Jedermann für sie eine wichtige Anlaufstelle, in der sie Rat, Hilfe und oft auch tatkräftige Unterstützung erhalten. Dass sich die Suchtberatungsstelle im gleichen Haus befindet, ist in einigen Fällen sehr hilfreich.

Kultur gehört dazu

Längst treffen sich im Café nicht mehr nur trockene Alkoholiker. Auch Menschen, die eine Behinderung haben, psychisch belastet sind oder aus anderen Gründen an den Rand der Gesellschaft geraten, nutzen den Treff. Für viele ist er zur Heimat geworden, der ihnen ein Stück Geborgenheit und Inspiration gibt. Letzteres ist auch Ferdinand Lühmann wichtig. Deshalb hat er eine Kunstausstellung mit Bildern aus dem Orient organisiert, die mit einer Vernissage eröffnet wird. Solche Veranstaltungen finden seit einiger Zeit regelmäßig im Café Jedermann statt.

Heimat für Selbsthilfegruppen

Neben den offenen Angeboten haben sich im Lauf der Zeit auch Selbsthilfegruppen für Alkohol-, Tabletten- und Spielsucht gebildet. Außerdem gibt es eine Gruppe, die sich mit dem Thema sexueller Gewalt beschäftigt. Darüber hinaus bietet der Verein eine Führerscheinschulung an. Sie richtet sich an Menschen, die ihre Fahrerlaubnis nur dann wieder bekommen, wenn sie eine medizinisch-psychologische Untersuchung bestehen.

Stephan Franz – www.caritas-saarbruecken.de