Wohnungslos
Mit sich und den Vorurteile kämpfen
Ich wohne seit einem Jahr im Don Bosco Haus und mache dort Renovierungsarbeiten. Ich bin zuhause rausgeflogen. Da gab es Unstimmigkeiten – wie das so ist in Familien. Mehr möchte ich darüber nicht sagen. Ich habe einen Realschulabschluss gemacht und danach einiges versucht, das hat aber nie so hingehauen. Jetzt habe ich ein Praktikum über vier Monate gemacht. Das haben wir beendet, weil es mit den Gesellen nicht so gepasst hat. Nächste Woche habe ich wieder einem Probearbeitstermin bei einem Malermeister.
Vermieter und Arbeitgeber winken ab
Im Don Bosco Haus wohne ich in einer Frauen-WG. Mit den Leuten hier komme ich klar. Aber sobald ich eine Lehrstelle sicher, werde in eine eigene Wohnung ziehen. Leider ist es nicht leicht, mit so einer Adresse wie hier, ein Praktikum oder eine Lehrstelle zu kriegen. Auch Vermieter weisen mich ab, wenn sie hören, wo ich gerade wohne. Da macht auch der Sozialarbeiter nicht mehr viel. Die Leute sollten mal her kommen und sehen, was hier tatsächlich abgeht. Dann könnten sie auch verstehen, warum wir so sind, wie wir sind. Sie sollten die Leute nicht runterstufen, nur weil sie in diesem Viertel hier wohnen.
