Arme Menschen
eine frühzeitige Förderung.
Kein Geld – keine Perspektive
Die Zahlen des Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2008 sind alarmierend: 12,7 Prozent der Bevölkerung sind armutsgefährdet. In Ostdeutschland liegt die Quote sogar bei 15,4 Prozent. Das Problem: Um angemessen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, braucht man Geld. In Europa gelten Menschen als armutsgefährdet, wenn sie über weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens ihres Haushaltstyps verfügen. Bei Alleinstehenden sind das in Deutschland 913 Euro im Monat, bei Familien mit zwei Kindern unter 14 Jahren 1.917 Euro (nach EU-SILC, Stand 2008).
Die Probleme häufen sich
Hinter diesen Zahlen verbergen sich viele Einzelschicksale. Besonders betroffen sind Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung, Alleinerziehende, Einwanderer, Flüchtlinge, Migranten und kinderreiche Familien. Ohne staatliche Unterstützung geht bei ihnen wenig bis gar nichts. Oft müssen sie gleichzeitig mit mehreren Problemen fertig werden: Arbeitslosigkeit, der Verlust der Wohnung, Sucht, Straffälligkeit und gesundheitliche Einschränkungen. Das Risiko extremer Armut steigt, wenn die Betroffenen nicht bereit oder nicht in der Lage sind, das soziale Hilfesystem in Anspruch zu nehmen. Sie leben in allen Bereichen des Lebens weit unter dem Standard und können sich nicht aus eigener Kraft aus dieser Lebenslage befreien.
Schlechte Startchancen für arme Kinder
Von Armut betroffen sind auch 1,9 Millionen Kinder unter 15 Jahren. Ohne eine frühzeitige Unterstützung gehören sie stets zu den Verlierern der Gesellschaft. Armut grenzt ihre Spielräume massiv ein und ist Ursache für Unterversorgungen – mit Folgen für ihre Entwicklung, ihre Bildung und ihre Gesundheit. Ohnmacht und Ausgrenzung erleben diese Kinder jeden Tag. Eine Erfahrung, die prägt.
Armut beginnt für jeden Dritten in der Nachbarschaft
Die Umfrage von Sinus-Sociovision im Auftrag der Caritas zeigt, dass Armut kein Einzelschicksal mehr ist. 31 Prozent der Deutschen sagen, dass sie arme Menschen in ihrer Nachbarschaft haben. In Ostdeutschland liegt die Quote mit 45 Prozent deutlich höher.
