Leben am Rand

Zugedröhnt

Lust, Frust und Sucht liegen oft eng nebeneinander. Viele Menschen merken zu spät, dass der Griff zu Flasche, Joint oder Spritze kein echter Problemlöser ist.

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Suchtkranke Menschen

Mann mit grauen Haaren und Lederjacke blickt in die Kamera
Sucht dient oft dazu, das Leben auf die Reihe bekommen.
© KNA/DCV

Wenn Menschen immer mehr wollen…

Sucht ist weit verbreitet und in allen Bevölkerungsschichten anzutreffen. Im Jahr 2007 meldete die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen:

  • 1,3 Millionen Menschen mit abhängigem Alkoholkonsum
  • 1,4 Millionen Medikamentenabhängige
  • 3,8 Millionen tabakabhängige Raucher
  • 290.000 Menschen mit abhängigem Konsum von illegalen Drogen
  • 100.000 bis 170.000 beratungs- und behandlungsbedürftige Spielerinnen und Spieler

Sucht prägt das Leben – und zerstört es

Nicht jeder und jede Süchtige gehört zu den Menschen am Rande. Oft dient das Suchtverhalten dazu, das „normale Leben“ irgendwie auf die Reihe zu bekommen oder ist ein Versuch, trotz großer Probleme nicht ausgeschlossen zu werden.
Die Klientinnen und Klienten der Suchthilfe-Einrichtungen sind überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit und Überschuldung betroffen. Viele leiden unter körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen, leben in Trennung und haben in der Regel eine geringe schulische oder berufliche Bildung.
Bei Langzeiterkrankungen potenzieren sich die Auswirkungen der Sucht und führen zu einem Teufelskreis des persönlichen und sozialen Abstiegs.

Sucht ist oft nicht im Blick

42 Prozent der Deutschen geben in einer repräsentativen Umfrage an, dass sie keinen Kontakt zu suchtkranken Menschen haben. In der Altersgruppe über 60 Jahren sagen das sogar 55 Prozent. Bei der großen Zahl von Süchtigen in Deutschland verwundert dieses Ergebnis. Allerdings nur auf den ersten Blick. Zeigt es doch, dass Betroffene ihre Sucht oft gut verstecken und dass zum Beispiel beim Alkoholkonsum die Schwelle zur Sucht in der Wahrnehmung vieler Menschen erheblich höher liegt als die medizinische Definition. Wer als Mann täglich mehr als zwei kleine Bier am Tag trinkt, gilt bereits als gefährdet. Für Jugendliche gelten wesentlich geringere Alkoholmengen, da sich Organismus und  Gehirn noch entwickeln.


Grafik: Suchtmittelabhängige begegnen mir nicht